Risikofaktoren

Tägliche Zahnpflege zu Hause mit Zahnseide

Risikofaktoren, welche die Entstehung einer Parodontitis begünstigen und diese erheblich beschleunigen:

1. Geschwächtes Immunsystem und Stress

Ein durch eine Allgemeinerkrankung oder durch eine bakterielle Infektion geschwächtes Immunsystem und Stress wirken sich sehr negativ auf die Entstehung und den Verlauf einer Parodontitis aus. Parallel zu einer zahnärztlichen Therapie muss alles getan werden, um mit entsprechenden Mitteln das Immunsystem zu stärken und den Stress abzubauen.

2. Besonders aggressive Bakterien in den Zahnfleischtaschen

In ca. 10-15% aller Behandlungsfälle führt die alleinige mechanische zahnärztliche Therapie nicht zum vollständigen Erfolg. Dies liegt in vielen Fällen daran, dass sich besonders aggressive, meist gramnegative Bakterien in den Zahnfleischtaschen befinden. In diesen Fällen kann mit einem DNS- Gentest die Bakterienflora exakt bestimmt werden und ein zu deren Bekämpfung speziell geeignetes Medikament gefunden werden.

3. Genetische Veranlagung

Bei ungewöhnlich schneller oder radikal verlaufender Parodontitis liegt der Verdacht einer genetischen Veranlagung vor:

Bei genetischer Prädisposition reagiert der Körper auf einen bakteriellen Angriff mit einer überschießenden Abwehrreaktion (Interleukin I). Die Folge ist sehr starker Knochenabbau und vorzeitiger Zahnverlust!
Auch in vielen anderen Bereichen des Körpers finden Reaktionen statt, die in dieser Art normalerweise nicht auftreten.

Die genetische Veranlagung/Vererbung kann durch den PRT-Test nachgewiesen werden.

Aufgehalten werden kann der Rückgang nur durch sehr gute Mundhygiene zu Hause, unterstützt durch professionelle Mundhygiene in der Zahnarztpraxis (in relativ kurzen Abständen) = Prophylaxe.

4. Rauchen

In zahlreichen Untersuchungen konnten die negativen Auswirkungen des Rauchens belegt werden:

  • Raucher erkranken weitaus häufiger an einer Parodontitis als Nichtraucher.
  • Der Verlauf der Erkrankung ist bei Rauchern deutlich schwerer, verbunden mit wesentlich mehr Verlust der stützenden Gewebe. Die Zähne werden schneller locker und gehen häufiger verloren.
  • Raucher sprechen auf die Behandlung schlechter an als Nichtraucher. Es gibt Fälle, die trotz Behandlung nicht ausheilen. Bei mehr als 90% dieser Fälle handelt es sich um Raucher.
  • Zahnfleisch als auch Knochentransplantate sowie künstliche Zahnwurzeln (Implantate) heilen bei Rauchern wesentlich schlechter ein als bei Nichtrauchern.

Die größten Risikofaktoren insgesamt stellen jedoch eindeutig schlechte Mundhygiene und ungesunde Ernährung dar.